Energieeffizientes Bauen und Sanieren – Stand der Technik Der Stand der Technik ermöglicht es heute, Wohn- und Nichtwohngebäude zu errichten, die bis zu 70 % weniger Energie verbrauchen als der bestehende Gebäudebestand. Zum Vergleich:
• Altbauten weisen in der Regel einen spezifischen Heizenergiebedarf von 18–30 Liter Heizöl pro m² Wohn- oder Nutzfläche und Jahr auf.
• Neubauten, die nach den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG 2024) errichtet werden, benötigen nur noch etwa 7–12 Liter Heizöl pro m² und Jahr (bzw. entsprechend 70–120 kWh/m²a).
• Niedrigenergiehäuser kommen bei guter Dämmung und moderner Verglasung mit 2–7 Liter Heizöl/m²a aus.
• Passivhäuser erreichen sogar Werte von 0–2 Liter Heizöl/m²a – oder sind vollständig auf erneuerbare Energien ausgelegt.
Herausforderungen im Gebäudebestand
Im Altbau ist die energetische Optimierung deutlich anspruchsvoller, da die Gebäude ursprünglich nicht für energieeffiziente Nutzung konzipiert wurden. Dennoch lassen sich durch gezielte Sanierungen Heizwärmebedarfswerte eines 3- oder 4-Liter-Hauses erreichen. Dabei kommen zunehmend Komponenten und Konzepte aus dem Passivhausbau zum Einsatz.
Gründe für die langsame Umsetzung energieeffizienter Techniken
• Fehlendes Problembewusstsein und Informationsdefizite
• Entscheidungen ausschließlich auf Basis der Investitionskosten, ohne Einbeziehung der Betriebskosten
• Fehlende Vollkostenrechnungen
• Mangelnde Transparenz über Förderprogramme und finanzielle Anreize
Rechtliche Anforderungen (GEG 2024)
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) unterscheidet zwischen:
•
Nachrüstpflichten – betreffen vor allem Heizungsanlagen und deren Verteilleitungen
•
Bedingten Anforderungen – gelten bei baulichen Änderungen während der Lebenszeit eines Gebäudes, z. B. bei Fassaden- oder Dachsanierungen, Anbauten oder Instandsetzungsmaßnahmen
Bei diesen sogenannten „Ohnehin-Maßnahmen“ muss die
energetische Qualität des Gebäudes verbessert werden.
Fördermöglichkeiten
Zur Unterstützung energetischer Modernisierungen stehen verschiedene Programme zur Verfügung:
• KfW-Förderprogramme: Energieeffizient Sanieren, Klimafreundlicher Neubau
• BAFA-Zuschüsse: z. B. für Heizungsoptimierung oder Energieberatung
• Regionale und kommunale Programme: etwa über Stadtwerke oder Landesförderinstitute
• Energieberatung vor Ort (BAFA-gefördert): Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP)
Empfohlene Schritte vor Beginn der Sanierung
1. Erstellung eines technischen und zeitlichen Gesamtkonzeptes für:
o Fenster und Türen
o Außenwände
o Dach und Kellerdecke
o Heizung und Warmwasserbereitung
2. Prüfung der Fördermöglichkeiten (KfW, BAFA, Landes- oder Stadtprogramme)
3. Durchführung einer Energieberatung vor Ort – ein umfassendes Gutachten zur Wirtschaftlichkeit und Effizienz
der gelanten Maßnahmen
Fazit
Energetische Sanierungen sind ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz und zur Senkung der Betriebskosten. Besonders wirtschaftlich sind Dämmmaßnahmen, die mit ohnehin anstehenden Instandsetzungen verbunden werden. Das wirtschaftliche Optimum liegt in der Regel bei 9–18 cm Dämmstärke, abhängig von der Bauweise und dem verwendeten Material.
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